Valentinstag oder In Memoriam


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Wohin geht ein Mensch, wenn er stirbt?

Die Kopfmenschen unter uns behaupten, dass dann alles zu Ende ist, dass der Verstorbene vergessen ist, sobald die Tränen auf den Gesichtern seiner Lieben getrocknet sind. Spirituelle Wesen glauben fest an eine Art der Wiedergeburt. Die eine Meinung ist mir persönlich zu hart, die andere zu verzaubert… Vielleicht bin ich in meiner Überzeugung irgendwo dazwischen, denn ich glaube, dass niemand ganz geht.

In diesen Tagen jährt sich wieder einmal  der schreckliche Tag, an dem ich Abschied von einer Freundin nehmen musste. Wir sind einen gemeinsamen Weg voller Fröhlichkeit und guter Laune gegangen. Einen Weg, in dem ein Mantel – Susans Mantel- eigentlich nur eine kleine Rolle gespielt hat. Es war ein wunderschöner Mantel aus schwarz- grünem Brokat, der ihre Augen leuchten ließ und ihrer Figur elegant schmeichelte. Meiner übrigens auch. Wir witzelten manchmal, dass sie ihn niemals suchen müsste, sollte er jemals verloren gehen. Denn er wäre garantiert bei mir in Sicherheit. Keine von uns ahnte damals, dass dieses Zeugnis unserer unbeschwerten Fröhlichkeit kurze Zeit später Teil von Susans Testament wurde.

Das schwarzgrüne Brokatwunder ist für alle Zeiten bei mir in Sicherheit und wenn ich den Mantel trage, ist meine Freundin Susan bei mir. Ich erinnere mich an Momente, die für immer verloren sind und manchmal quält mich die Frage, wie viel Zeit ich in diesem Leben habe. Zeit, um Dinge, die mich bewegen zu klären. Ich glaube im Leben der meisten von uns gibt es offene Fragen, deren Klärung neue Schmerzen bereiten könnte und denen wir uns genau deshalb nicht zu stellen bereit sind. Doch die Konfrontation mit Dingen, die wir in unserem Inneren verdrängt haben, könnte der Schlüssel sein, der unsere Seele und unser Herz öffnen kann, wenn wir ihn endlich in Händen halten. er Schlüssel zu innerem Frieden?

Durch Susan habe ich erfahren, dass jedes Leben endlich, unsere Zeit dagegen unendlich kostbar ist. Nutzen wir sie! Für uns. Und für die die uns wichtig sind. Nicht nur am Valentinstag.

Ich bin sicher, dass jeder Mensch Spuren hinterlässt. So wie Susan, von der ein Teil für immer bei mir ist.

Susan -liebe Freundin – wo Du auch bist …Mögest Du in Frieden ruhen.

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Anhaftung und Ablehnung, Statistische Werte oder doch nur „Gedanken zum Jahreswechsel“?


statstik(Beitragsfoto: Statistik Paulines Schreibstube, Zugriffe Länder 4. Quartal 2018)

Ein Jahr geht zu Ende. Hach ja. Was soll frau an diesem letzten Tag des Jahres machen, wenn sie nicht dem üblichen Mainstream à la „Guten Rutsch!“ und Böllerparty folgen möchte?

Ich persönlich habe mich in diesen Tagen hinter den Berg verzogen, um in der gemütlichen Stille das Jahr nochmals an mir vorbeiziehen zu lassen.

Global gesehen war 2018 ein Jahr wie so viele andere. Kriege, Katastrophen, Umweltzerstörung, politische Desaster. Fürchterlich und so was von sinnlos.

Genau so sinnlos erscheint es mir, mich darüber aufzuregen. Dabei bewegt mich durchaus, was in unserer schönen Welt passiert. Aber mir ist schmerzhaft bewusst, dass ich an globalen Problemen wie der Erderwärmung und dem sinnlosen Morden überall auf der Welt nichts werde ändern können. Auch nicht an der Klimaveränderung, die seit der deutschen Dürre wieder ängstlich in aller Mund ist.

Ich denke viel eher, dass bewusstes Leben der Weg ist, mit dem jeder von uns die Welt ein kleines bisschen friedlicher machen kann. Das ist blond gedacht? Meinetwegen. Blauäugig?  Ja, bin ich.  Und ebenso davon überzeugt, dass niemand von uns in der Ferne einen Frieden finden wird, den er nicht im Inneren verspürt.

Ungefähr 500 Jahre vor Christus lebte ein Mann namens Siddhartha Gautama, der als Königssohn sozusagen auf Rosen gebettet, alle denkbaren Privilegien genoss. Und trotzdem verspürte er eine Leere in sich, hatte mit unbeantworteten Fragen zu kämpfen, die ihm die Freude an all seinem Reichtum nahmen. Eines Tages beschloss er, alles hinter sich zu lassen, um all dem auf den Grund zu gehen, oder wie es so schön überliefert wurde: erleuchtet zu werden.

Buddhas Lehren vom Leid, das von Anhaftung und Ablehnung erzeugt wird, sind aus meiner Welt nicht mehr wegzudenken. Die Frage nach dem „Warum?“ und „Ich muss!“ und „Ich will!“ ist vielleicht schon die Antwort auf so vieles, was uns traurig macht. Oder unzufrieden. Meine Oma Stock hat vielleicht nichts von Buddhas Lehren gewusst, aber sie brachte sie auf ihre Weise auf den Punkt: „Das Eine will man, das andere muss man.“ Genau so sehe ich das. Wenn ich etwas haben möchte, muss ich auf etwas anderes verzichten. Was das von Buddha zitierte Leid hervor ruft. Man hat immer die Wahl. Wenn ich weg von etwas will, um zu etwas anderem zu kommen, dann muss ich das, was ich habe, zwangsweise loslassen. Doch bringt mich dieses Wissen zu innerem Frieden?

2018 war in vielerlei Hinsicht ein bewegtes Jahr für mich. Beruflich hätte es kaum besser laufen können: „Provinzgeschnatter“ wurde zum Buch. Nie zuvor habe ich derart wertschätzende und konstruktive Zusammenarbeit erlebt, wie bei der Entstehung dieses Buches.

Die Arbeit am Fortsetzungsroman von „Der Nächste bitte…!“ „Herzensschwestern“ geht endlich voran. Aber ich nehme mir Zeit dafür. Denn Gutes wird nur richtig gut, wenn es Zeit zum Wachsen hat.

Olaf und ich sind auf zahlreichen musikalischen Lesungen unterwegs gewesen. Ich bin sicher: 2019 geht da noch was.

Natürlich musste ich auch herbe Rückschläge einstecken und verdauen. Ich lerne.

Man könnte auch sagen, alles ist im Fluss. In Bewegung. Und weil sich alles bewegt, wird sich meine Webseite künftig von WordPress verabschieden, um sich weiterentwickeln zu können. Ich habe mich zu diesem Schritt entschlossen, obwohl ich statistisch gesehen mit „Paulines Schreibstube“ ziemlich erfolgreich unterwegs bin. Statistisch gesehen hat meine Webseite weltweiten Zugriff. Tendenz steigend. Hmh…

Beruflich wird 2019 ein spannendes Jahr.

Aber heute nehme ich mir die Zeit, mich einzuigeln und dankbar auf 2018 zurückzuschauen. ich bin dankbar für jede Begegnung, jede Erfahrung, die ich 2018 gemacht habe. Wenn ich den buddhistischen Gedanken weiterspinnen möchte, muss ich gestehen, dass ich keineswegs frei von Anhaftung bin: Obwohl ich das „Hier“ und „Jetzt“ in vollen Zügen zu leben imstande bin, bin ich keineswegs frei von den Ängsten, die glückliche Momente nach sich ziehen:  Auch heute habe ich den Wunsch, dass mein „Hier.“ und „Jetzt“ für immer so bleiben möge.

Ich bin dankbar für jeden von euch, der meine Seite besucht. Meine Texte liest. Wieder kommt. Und das sogar von (so sagt es die Statistik) fernsten Orten auf dieser schönen Welt. Ich wünsche euch allen einen fröhlichen, entspannten Flutsch ins neue Jahr. Passt auf euch auf, feiert das Leben, bleibt gesund und seid glücklich.

Alles Liebe fürs neue Jahr

Pauline

 

 

Stille Nacht… oder?


geistDen Anfang eines Jahres stelle ich mir gerne als ein weißes Blatt Papier vor, dass sich im Laufe der Monate mit Leben füllen wird. Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel nehme ich mir ganz bewusst die Zeit für mentalen Großputz.

2018 ist habe ich besonders intensiv erlebt. Nie zuvor durfte ich mehr Herausforderungen, Siege und schöne Momente erleben als im vergangenen Jahr. Und nie musste ich mich von so vielen Träumen, Sicherheiten und Gewohnheiten verabschieden. Niemals habe ich so intensiv „Loslassen“ geübt. Manche Tür hat sich geschlossen und obwohl ich daran gerüttelt habe, musste ich akzeptieren, dass sie zu bleibt. Andere Türen haben sich einen Spalt breit geöffnet und manche gingen weit auf. Man könnte meinen, das Gleichgewicht zwischen Höhen und Tiefen, Geben und Nehmen war perfekt. Mein erwachsenes Ich kann durchaus stolz auf das vergangene Jahr zurückschauen.

Aber da ist auch die Kleine, die sich tief in mir vor dem Neuen fürchtet. Das innere Kind, das allem Verlorenen nachweint und sich mit dem Loslassen unendlich schwer tut.

Man muss nicht unbedingt an die Geburt von Jesu glauben, um in dieser Nacht das Wunder zu erkennen, was in jedem von uns selbst ist. Vielleicht liegt der Zauber der Weihnacht in den ganz kleinen Dingen. Er könnte in solchen Momenten liegen, wo wir es fertig bringen, ganz bei uns selber zu sein und das „Hier.“ und „Jetzt.“ ohne „Wenn.“ und „Aber.“ zu leben. In den stillen Momenten, wo wir es schaffen, unser inneres kindliches Ich liebevoll zu umarmen.

Es heißt, Weihnachten sei das Fest der Liebe. Nun, dann lieben wir in diesen Tagen doch mal uns selber! Schmeißen wir doch mal unsere Erwartungen an weiße Weihnachten und Geschenke und all den Schnödeldrö zu unserem anderen Seelenmüll, gehen hinaus in besagtes Weihnachtsgrau und versuchen, kurz mal abzuschalten, Innezuhalten und einfach nur zu sein. Vielleicht nur einen Wimpernschlag lang. Seien wir gespannt, was passiert.

 

Ich bedanke mich bei allen, die meine Seite noch immer besuchen, obwohl letzter Zeit dort wenig passiert. Habt eine wundervolle Weihnachtszeit voller friedlicher Momente wo immer ihr auch seid.

 

Alles Liebe, Pauline

 

Gehen vs. Bleiben…


xyz 024Spirituell gesehen ist unser Leben ein Netz aus Beziehungen, die uns alle unsichtbar miteinander verbinden. Dabei empfinden wir die meisten Beziehungen gar nicht als solche. Niemand käme auf die Idee, die Beziehung zum DHL- Mann als solche anzusehen. Und doch wartet manche von uns mitunter sehnsüchtig auf ihn, könnte er doch heute das ersehnte Paket liefern, dessen Inhalt unsere Fantasie beflügelt… Manche Beziehung gehen wir jedoch bewusst und mit dem festen Ziel nach Beständigkeit ein:

Die beste Freundin möchten wir gerne für immer in unserem Leben haben, wem sonst können wir so bedingungslos vertrauen wie ihr?

Wir finden irgendwann den Fünfer im Lotto, den Einen, der nicht nur Spannung und Spaß verspricht, sondern das Zeug zum Partner, Freund und Vertrauten zu haben scheint. Ihn zu verlieren, wäre unvorstellbar.

Nicht zu vergessen, die Beziehung, die uns mit unserer Arbeit verbindet. Wenn wir Glück haben, finden wir dort neben täglicher Herausforderung und dem monatlichen Gehalt, dass uns freudig seufzen lässt, auch verlässliche Kollegen, mit denen zusammen schwierigste Aufgaben machbar werden. Ein prima Team eben.

Kurz gesagt: Unsere Beziehungen sind das, was wir sind. Sie sind das Ergebnis von Geben und Nehmen. Von Reden und Machen. Kampf und Entspannung. Und wenn wir Glück haben, halten sie ein Leben lang. Aber „Geben“ und „Nehmen“ können aus dem Gleichgewicht geraten und wir spüren, daß die Zeit für eine Veränderung gekommen ist. Wir hoffen, dass wir wiederfinden, was uns im täglichen Beziehungskampf um Liebe und Anerkennung verloren gegangen ist: Wir selber.

Ich erwische mich in diesen Tagen immer wieder  bei dem kindlichen Wunsch, dass alles so bleiben möge, wie es ist. Aber wenn ich tiefer in mich hinein höre, wird mir bewusst, dass ich an einem Punkt angekommen bin, wo „Bleiben“ schwerer geworden ist als „Gehen“. Wenn ich bleibe, wird sich nichts ändern. Die guten Momente wird es ganz sicher auch weiterhin geben. Aber sie werden von den grauen Zeiten überschattet, die scheinbar immer öfter kommen und immer härter werden. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass nichts nur schön ist. Und nichts nur schlecht.

Wenn ich mich zum „Gehen“ entschließe, was kommt dann? Wäre es nicht einfacher, durchzuhalten? Mir einzureden, dass auch wieder bessere Zeiten kommen?

Wenn Leben Veränderung und alles in Bewegung ist, dann macht es kaum Sinn, die Zeit anhalten zu wollen. Georg Danzer hat einmal eine ziemlich gruselig anmutende Geschichte von einem Mann geschrieben, der die Zeit anhalten wollte. Darin heißt es:

„Es gibt nur eine Zeit. Deine Zeit. Und ihr Wesen ist Wandlung. Wer die Veränderung nicht will, will auch nicht das Leben“.

Das Ende einer langjährigen Beziehung ist eine schmerzhafte Angelegenheit, das frau nur dann in Betracht zieht, wenn sie sich ernsthaft die Frage zu stellen bereit ist, wo sie im Leben steht und wo sie sein möchte. Eine Frage, die vielleicht den Mut erfordert, alles loszulassen, was eine gewisse Sicherheit verspricht, aber auch Stillstand und Schmerz bedeutet. Eine Frage, die den Leichtsinn zur Folge haben könnte, in eine ungewisse Zukunft zu marschieren und mit freien Händen den Neubeginn anzupacken.

Bis die Tage, Pauline

 

 

 


jokersDie fleißigen Bienchen vom „Jokers“ in Erfurt haben was vorbereitet. Olaf und ich übrigens auch. Zusammen freuen wir uns auf einen unterhaltsamen Abend am 29.11. in der Erfurter Filiale von „Jokers“ (Schlösserstraße 25). Ab 19.15 Uhr öffnen sich die Türen. Und p.s.: Das „Provinzgeschnatter“ können Sie natürlich schon jetzt im „Jokers“ erwerben.

 

Wir sehen uns am 29. bei „Jokers“

Bis dahin, herzlichst Pauline