Quo vadis Paulines Schreibstube?


LPG11Die provinzielle Frühjahrslesereise mit meinem „Provinzgeschnatter“ ist letzte Woche in einem verschlafenen Städtchen hinter dem Berg zu Ende gegangen.

Was für eine tolle Zeit!

Ich bedanke mich herzlich bei allen Veranstaltern für die gelungene Zusammenarbeit, durch die jede einzelne Lesung entspannt und fröhlich ablaufen konnte.

Ohne Olaf und seine musikalische Unterstützung hätte es diese Veranstaltungsreihe gar nicht gegeben. Er, seine unglaubliche Gelassenheit, seine Gitarre und – nicht zu vergessen- der Glücksakku waren maßgeblich beteiligt, dass jeder Abend auf seine Weise „jijantisch“ war.

Nichts davon wäre möglich gewesen ohne unser wundervolles, interessiertes und gut gelauntes Publikum. Ihr seid sie Besten! – Wer schon einmal vor einem größeren Publikum gestanden hat, der weiß, worum es an mir dieser Stelle geht. Man steht auf einer Bühne und möchte mit dem, was man da oben tut, den Besucher einladen. Doch egal, wie viel man gibt, es gibt keine Garantie, ob es gelingt, den Gast mitzunehmen. – Ich bin Euch unglaublich dankbar, dass Ihr meine Einladung zu provinziellem Geschnatter so fröhlich und interessiert angenommen habt.

So weit der Rückblick. Und was kommt jetzt?

Neben Planung und Programmgestaltung für das zweite Halbjahr 2019 warten noch andere Herausforderungen darauf, dass ich sie anpacke.

„Der Nächste bitte…!“ ist nun endlich vom Markt und sucht nach neuem Label. An dieser Stelle gebe ich ehrlich zu, dass ich ein wenig ratlos bin. Aber ich bin sicher, auch dieses Problem wird sich lösen, wenn die Zeit dafür reif ist.

„Herzensschwestern“ schreit nach Vollendung. Die Rohfassung ist fertig. Der Feinschliff auch. Zumindest in meinem Kopf. Nun will das Buch auf Papier. Viel Arbeit, an die ich mich mit Feuereifer machen werde.

Wie alles im Leben ist auch „Paulines Schreibstube“ immer in Bewegung. Entwickelt sich. Wächst. Themen und Aufgaben werden vielfältiger. Bevor da irgend etwas durcheinander geraten könnte, hat Lady Di, „meine Frau für alle Fälle“ ein Machtwort gesprochen und einen Umzug angeordnet. Liebe Anhänger meines provinziellen Geschnatters, keine Panik: Alles rund um Buch, Lesungen und „Provinzgeschnatter“ bleibt wie gewohnt auf dieser Seite. Gleichzeitig möchte ich Euch und all Jene, die möglicherweise auf der Reise zu sich selber sind, dabei auf ihr inneres Kind treffen und vielleicht öfter gegen Mauern laufen, einladen, mich auf https://www.seelentanz-gotha.de/ zu besuchen.

Wir sehen uns!

Herzlichst, Pauline

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Die Mitte des Lebens… oder: Was kommt jetzt (noch) ?


092Diese Frage mag viele von uns bewegen, je näher sie sich der magischen Zahl nähern, die mathematisch gesehen die Hälfte von irgend etwas markiert. In diesem Fall sehr optimistisch betrachtet die Hälfte des Lebens.

Es ist so amüsant wie erschreckend, die Spezies Mensch beim Umgang mit der Tatsache zu beobachten, dass in der Mitte des Lebens auch der gut erhaltenste Körper uns mitunter schmerzhaft daran erinnert, dass er inzwischen – nun ja- mittelalt ist.

Da fällt Frauen um die Fünfzig plötzlich auf, dass in ihren Eierstöcken sozusagen gerade das Licht aus gemacht wird und die nun unbedingt die letzte modrige Eizelle reanimieren um das zu erleben, was Mutter Natur fünfundzwanzig Jahre früher geplant hatte: Mutter zu werden.

Ebenso soll es Männer geben, die noch lange nach der magischen Fuffzich ihre Erbanlagen in die Welt tragen und dieser damit beweisen, dass sie durchaus noch können…

Lassen wir das…

Die Spielplätze sind neuerdings voll von älteren Eltern, die kurzatmig keuchend und mit arthritischen Kniegelenken dem späten Nachwuchs aufs Klettergerüst zu folgen versuchen.

Doch auch normalerweise völlig vernünftig anmutende Menschen raufen sich angesichts dieses Datums die –  möglicherweise spärlich gewordenen – Haare und denken „O Gott, ich bin alt!“ . Manche zelebrieren Shopping in der Jugendmode, lieben plötzlich schrillste Farben und quetschen sich mit scheinbarem Vergnügen in Size Zero Jeans um sich selbst und ihrer Umgebung zu beweisen, dass die Zahl in ihrem Ausweis nichts als eine Zahl ist.

Wieder andere liegen schon mal das Altenteil zurecht und heißen jedes Zipperlein sozusagen freudig willkommen. Hat man doch endlich wieder ein Thema, das zu besprechen niemals endet.

Es lässt sich nicht bestreiten, dass die Mitte des Lebens uns bewusst macht, dass etwas unwiederbringlich vorbei ist. Vielleicht eine gute Zeit, um Bilanz zu ziehen und sich selber mitunter bange Fragen zu stellen und auch zu beantworten:

Was ist aus all den Träumen geworden, die wir mit Zwanzig gehegt, mit Dreißig aus evolutionell bedingten Gründen ad acta gelegt, mit Vierzig abgestaubt und vorsichtig wiederbelebt haben? Wer von uns fühlt sich angekommen an dem Platz, wo er immer hin wollte? Wer kann ehrlichen Herzens sagen, dass er mit sich und dem Leben im Reinen ist?

Jetzt, in der Mitte des Lebens stehen viele von uns vor der bitteren Erkenntnis, sich selber und das, was sie vom Leben wollten, irgendwo verloren zu haben.

Mancher denkt vom gemütlichen Sofa aus vielleicht ein bisschen wehmütig darüber nach, was aus all den Plänen und Träumen geworden ist, die er immer wieder auf später verschoben hat. Weil anderes immer so viel wichtiger war. Weil die Arbeit, der Alltag, das Leben gerade so schwer war.

Vielleicht dämmert uns die schlichte und ein bisschen peinliche Wahrheit, dass uns Bequemlichkeit so oft davon abhält, Träume zu verwirklichen. Angst mag uns daran hindern, uns offenen Fragen zu stellen. Wir trauen uns nicht aus unserer Komfortzone und glauben seufzend an neue Chancen. Doch jetzt, in der Mitte des Lebens wird uns vielleicht bewusst, dass nichts von allein passiert. Zeit ist nicht unendlich vorhanden und die Zahl in unserem Ausweis ist die gnadenlose Wahrheit.

Auch mich bewegen derlei Gedanken in diesen Tagen. Während meine Liebsten an einer Überraschungsparty werkeln, um mit mir die Mitte des Lebens zu feiern, lehne ich mich entspannt zurück und mir wird klar, wie sehr ich mein Leben liebe. Genau so wie es ist.

Ich habe Licht und Leichtigkeit in dieses Leben gelassen und gelernt, wie egal mir die Meinung der Leute ist. Ich habe unglaublich geliebt und furchtbar geweint. Ich bin hoch geflogen und schlimm gestürzt, habe mir böse Schrammen an Körper und Seele geholt.

Bin ich deshalb böse auf das Leben? Warum denn? Wenn ich etwas gelernt habe, dann höchstens dies: Das Leben schuldet mir nichts! Ich allein habe alle Farben, um es so bunt zu gestalten, wie es mir gefällt. Ich habe große Träume erfüllt und manche auch los gelassen. Aber ich muss mich heute, in der Mitte meines Lebens nicht fragen: „Was wäre gewesen, wenn…?“. Nichts was gewesen ist, bereue ich. Ich bin dankbar für jedes Erlebnis und ich bin sicher: Da kommt noch ganz viel.

Ich stelle mir das Leben gerne als Farbskala vor:  Weiß, was technisch gesehen die Abwesenheit jeglicher Farbe ist, steht für den unschuldigen Anfang und Schwarz für das eher traurige Ende. Aber die Mitte, nämlich der Teil des Lebens, der jetzt kommt, ist ein bunter Mix aus allen Farben. Genau so will ich es haben. Das Glas meines Lebens ist noch halb voll.

Und ps.: Beige wird nie zu den Farben gehören, die mein Leben färben.

Herzlichst, Pauline

 

Hildburghausen feiert 100 Jahre Stadt- und Kreisbibliothek…


… und wir freuen uns, dass wir eingeladen sind.Bild (84)

Der Tourbus steht in den Startlöchern, ihr hoffentlich auch!

Bis dahin, Pauline

 

 

 

Schnappschüsse von unterwegs…


Ihr Lieben, von den Veranstaltungen unserer Lesereise „Facetten der Liebe“ landen immer wieder einige Bilder von euch in meinem Postfach, die ich euch an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten möchte.

Auftaktlesung „Facetten der Liebe“ am Valentinstag in der traumhaft schönen Stadtbibliothek von Mühlhausen:

Iris Henning (Redaktion am Hainich) schrieb dazu:

Amüsantes Provinzgeschnatter im Westthüringer Kultursalon

Am Valentinstag: Pauline Werner plauderte über die große Liebe und anderen Wahnsinn   Mühlhausen, 14. Februar 2019

Da sitzt sie, die Freundin, und schnattert drauf los. Was sie zu erzählen hat, ist eigentlich nichts Weltbewegendes. Es sind Geschichten aus dem Alltag in der Provinz, die sie oder eine Freundin genau so erlebt hat. Pauline Werner, Gothaer Autorin, hat diese Geschichten mit humorvoller Feder aufgeschrieben und gibt sie in ihrem Programm „Provinzgeschnatter“ zum Besten.  Es sind allesamt komische, nachdenkliche und schöne Geschichten, die sie am Valentinstag, 14. Februar, im Westthüringer Kultursalon in der Stadtbibliothek Jakobikirche, vor ihrem Publikum las. Und da Valentinstag war, wählte sie vor allem Geschichten über die Liebe. Über die Ohne-wenn-und-aber-Liebe zum Kind, die verflossene Liebe zum einstigen Partner, über die Suche nach der Liebe mit dem Kribbeln im Bauch, über die Liebe zu sich selbst.

Abendfüllende Geschichten hatte sie viele. Wunderbar passend die musikalische Begleitung, die sich die Gothaerin mitgebracht hat: Liedermacher Olaf Bessert – ebenfalls aus Gotha. Zusammen gestalteten die beiden ein nettes,  fröhlichen Plauderstündchen, das das Mühlhäuser Publikum köstlich amüsierte.

Der unterhaltsame Schnatter-Abend war die zweite Veranstaltung in diesem Jahr innerhalb der Reihe „Westthüringer Kultursalon“, einer gemeinsamen Initiative der VR Bank Westthüringen eG in Kooperation mit der Stadtbibliothek Mühlhausen. (Iris Henning, Redaktion am Hainich)

7.März 2019 Stadtbibliothek Saalfeld

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23.März und DAS Ereignis des Jahres: Buchmesse Leipzig

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Am 11. April waren wir zu Gast im Bürgersaal des Rathauses von Hildburghausen.20190411_18292420190411_18004520190411_19413320190411_20125320190411_205643

Mit diesem tollen Finale endet unsere kleine Frühjahrslesereise. Es war „jijantisch“ und wir sind schon gespannt auf den Herbst.

 

 

Provinzgeschnatter ganz neu unterwegs


20180323_182907Mein Freund Olaf Bessert träumt schon seit Jahren von einem Tourbus der uns, meine Bücher und seine gesamte Ausrüstung möglichst komfortabel von A nach B bringt. Mein Traum von einem Tourbus ist viel eher so ein knuffiger Bulli anno 1970. Der mit dem Surfbrett oben drauf. So weit die Träume…

Andererseits sind wir inzwischen auch ohne besagtes Traumauto ganz schön rum gekommen und noch vor wenigen Jahren habe ich vielleicht davon geträumt, einmal vor einem größeren Publikum lesen zu dürfen.

Jedenfalls sind wir seit dem Valentinstag mit unserem neuen Programm auf Reisen. Wir haben es entsprechend dem Tourauftakt „Facetten der Liebe“ genannt.

Nach den Veranstaltungen in Mühlhausen und Saalfeld freue ich mich auf die nächsten Höhepunkte:

  • 23.März um 14 Uhr Leipziger Buchmesse, Halle 5, Stand F 109 (Verlag Tasten & Typen)
  • 11.  April um 19.30 Uhr Hildburghausen, Stadtbibliothek, Markt 25

Wir sehen uns!

 

Valentinstag oder In Memoriam


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Wohin geht ein Mensch, wenn er stirbt?

Die Kopfmenschen unter uns behaupten, dass dann alles zu Ende ist, dass der Verstorbene vergessen ist, sobald die Tränen auf den Gesichtern seiner Lieben getrocknet sind. Spirituelle Wesen glauben fest an eine Art der Wiedergeburt. Die eine Meinung ist mir persönlich zu hart, die andere zu verzaubert… Vielleicht bin ich in meiner Überzeugung irgendwo dazwischen, denn ich glaube, dass niemand ganz geht.

In diesen Tagen jährt sich wieder einmal  der schreckliche Tag, an dem ich Abschied von einer Freundin nehmen musste. Wir sind einen gemeinsamen Weg voller Fröhlichkeit und guter Laune gegangen. Einen Weg, in dem ein Mantel – Susans Mantel- eigentlich nur eine kleine Rolle gespielt hat. Es war ein wunderschöner Mantel aus schwarz- grünem Brokat, der ihre Augen leuchten ließ und ihrer Figur elegant schmeichelte. Meiner übrigens auch. Wir witzelten manchmal, dass sie ihn niemals suchen müsste, sollte er jemals verloren gehen. Denn er wäre garantiert bei mir in Sicherheit. Keine von uns ahnte damals, dass dieses Zeugnis unserer unbeschwerten Fröhlichkeit kurze Zeit später Teil von Susans Testament wurde.

Das schwarzgrüne Brokatwunder ist für alle Zeiten bei mir in Sicherheit und wenn ich den Mantel trage, ist meine Freundin Susan bei mir. Ich erinnere mich an Momente, die für immer verloren sind und manchmal quält mich die Frage, wie viel Zeit ich in diesem Leben habe. Zeit, um Dinge, die mich bewegen zu klären. Ich glaube im Leben der meisten von uns gibt es offene Fragen, deren Klärung neue Schmerzen bereiten könnte und denen wir uns genau deshalb nicht zu stellen bereit sind. Doch die Konfrontation mit Dingen, die wir in unserem Inneren verdrängt haben, könnte der Schlüssel sein, der unsere Seele und unser Herz öffnen kann, wenn wir ihn endlich in Händen halten. er Schlüssel zu innerem Frieden?

Durch Susan habe ich erfahren, dass jedes Leben endlich, unsere Zeit dagegen unendlich kostbar ist. Nutzen wir sie! Für uns. Und für die die uns wichtig sind. Nicht nur am Valentinstag.

Ich bin sicher, dass jeder Mensch Spuren hinterlässt. So wie Susan, von der ein Teil für immer bei mir ist.

Susan -liebe Freundin – wo Du auch bist …Mögest Du in Frieden ruhen.