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PROVINZGESCHNATTER online (46): Fasching, Valentinstag und Fastenzeit


Wie es scheint, versammeln sich auf „Curcuma Medien“ die Karnevals-Verweigerer. Die Frau Schilling outete sich so und auch der Herr Aschenbrenner. Da kann ich mich also getrost dazu gesellen.

Verordnete Heiterkeit geht mir ebenso ab wie das Herzchen-Schmerzchen-Gedöns um den ominösen Valentinstag. Deshalb empfehle ich hier auch einen bitterbösen Beitrag des Herrn Aschenbrenner zum Thema.

Und da aller guten Dinge drei sind, rechne ich in meinem aktuellen Provinzgeschnatter auch gleich noch mit dem Diätenwahn ab:

Die vergangene Woche war reich an Feiertagen. Feiertage, die mir außer Schüttelfrostattacken und bedeutungslosem Schulterzucken ehrlich gesagt nicht viel bedeuten.

Schüttelfrost habe ich als bekennender Faschingsmuffel beim Gedanken an die Rosenmontagsauftritte und Faschingsdienstagsfeiern von ansonsten normal situierten Menschen, die im schlimmsten Fall bereits morgens – alkoholisiert und albern „Helau!“ grölend – allerorten anzutreffen waren.

Gott sei es gedankt, folgte diesen Narrentagen der Aschermittwoch und die Narren verschwanden samt ihren Kostümen in der Versenkung.

Mit dem Ende der närrischen Zeit beginnt traditionsgemäß die Fastenzeit. Auch wenn ich nicht, wie meine Freundin Blondi überzeugte Verfechterin von basischen und anderen Kuren bin, so habe ich beschlossen, die 40 Tage bis Ostern zu nutzen, um meinen mittelalten Körper durch Verzicht auf Schokolade und andere ungesunde Köstlichkeiten zu entlasten.

Blondi war begeistert von meinem Vorhaben und erbot sich, mir ihr umfangreiches Wissen in allen Fragen von gesunder und basischer Ernährung zur Verfügung zu stellen, während Babsi ihren Faschingskater pflegte.

Wir brachen zu einem gesundheitsfördernden Einkaufsbummel auf.

Doch was bekamen wir statt gesunder Inspirationen zu sehen? Herzchentassen, Herzchenpralinen, Herzchenbilderrahmen und anderen Valentinstagskitsch. Herrgott, was ist nur aus dem Ursprung des Valentinstags geworden, als Mann seiner Liebsten noch mit einem Sträußchen Blumen gedachte?

Und ich, durchaus romantisch veranlagt, kam Fasching, Valentinstag und Fastenzeit nicht um die bange Frage herum, was frau nach dem Valentinstag mit all dem Herzchenkram macht, der sich im Laufe ihres (Liebes-)Lebens so in ihren Schränken ansammelt. Packt sie ihn am Ende mit dem Faschingskrimskrams in die Kiste der Vergessenheit?

Was bin ich froh, dass Liebling diesbezüglich eher pragmatisch und traditionell eingestellt ist. Denn er schenkte mir meine Lieblingsrosen, während ich ihn mit einem Schokoladenfroschkönig vom Süßwarenfabrikanten meines Vertrauens beglückte.

Blondi allerdings strafte auch diese Variante des Valentinstages mit verärgertem Kopfschütteln und erinnerte mich an die Kalorien, die einem solchen Schokotier innewohnen.

Resolut packte sie eine Ananas am grünen Schopf und dozierte: „Die Ananas passt perfekt in unser Gesundheitsprogramm. Sie ist reich an Enzymen und ein idealer Fettverbrenner. In Null Komma Nix hast du zwei Kilo abgespeckt. Natürlich nur, wenn du DAS hier von der Nahrungsmittelliste streichst.“

Damit war der unschuldige Schokofrosch gemeint, der mich vorwurfsvoll anzustarren schien, als ich ihn zurück zu den anderen Fröschen stellte.

Dafür füllte Blondi auf ihrem unerbittlichen Kalorienvernichtungsfeldzug unseren Einkaufskorb mit Leinsamen, Sauerkrautsaft, Lachsöl, jeder Menge Gemüse und anderen nicht appetitlich anmutenden, dafür gesunden Lebensmitteln, die angeblich basisch verstoffwechseln.

Blondis Zauberwort war „Basenfasten“.

Zuhause angekommen, verordnete sie mir ein Basenbad. Wohlig entspannte ich mich im waren Wasser, auch wenn mir der fehlende Schaum ein wenig vom Luxusgefühl nahm. Dafür durfte ich eine Stunde planschen, denn angeblich beginnt der Säureentzug erst nach ca. 35 Minuten.

Während ich so planschte, ließ ich innerlich Babsis Vortrag über gesunde Ernährung und Basenfasten sacken. Auch wenn mich manches davon an Hexenzeug erinnert und ich mich garantiert nicht dazu werde durchringen können, Pastinakenwurzel und Hirsegrütze zu mir zu nehmen, so leuchtet mir die Grundlage der basischen Ernährung durchaus ein.

Sie beruht darauf, dass z. B. rohes Gemüse und Obst vom Körper basisch verstoffwechselt werden. Die allgemein übliche Ernährung wird hauptsächlich sauer verstoffwechselt, was für unsere Gesundheit schädlich ist. Besonders mein geliebter Schokoladenfrosch und seine Freunde hinterlassen durch Zucker und Fett in unserem Körper saure Rückstände, die auf Dauer Schäden anrichten.

Während ich im nichtsauren Wasser vor mich hin döste, kam mir die schlaue Idee, Basenfasten für meine Bedürfnisse zurechtzubiegen:
Wurzeln und Keime, egal welchen Ursprungs, kommen mir nicht auf den Teller.
Gegen eine Ernährung mit viel Obst und rohem Gemüse habe ich nichts einzuwenden und der Verzicht auf meine geliebten hohlen Schokotiere könnte unter Umständen nicht nur meinen ph-Wert von stocksauer auf leicht säuerlich bringen, sondern der Klammergans an meinem Bauch an die Pelle rücken.

Bis die Tage,
Pauline

Seit 24. Februar 2012 gibt es “Provinzgeschnatter” in der

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PROVINZGESCHNATTER online (46): Fasching, Valentinstag und Fastenzeit


Die vergangene Woche war reich an Feiertagen. Feiertage, die mir außer Schüttelfrostattacken und bedeutungslosem Schulterzucken ehrlich gesagt nicht viel bedeuten.

Schüttelfrost habe ich als bekennender Faschingsmuffel beim Gedanken an die Rosenmontagsauftritte und Faschingsdienstagsfeiern von ansonsten normal situierten Menschen, die im schlimmsten Fall bereits morgens – alkoholisiert und albern „Helau!“ grölend – allerorten anzutreffen waren.

Gott sei es gedankt, folgte diesen Narrentagen der Aschermittwoch und die Narren verschwanden samt ihren Kostümen in der Versenkung.

Mit dem Ende der närrischen Zeit beginnt traditionsgemäß die Fastenzeit. Auch wenn ich nicht, wie meine Freundin Blondi überzeugte Verfechterin von basischen und anderen Kuren bin, so habe ich beschlossen, die 40 Tage bis Ostern zu nutzen, um meinen mittelalten Körper durch Verzicht auf Schokolade und andere ungesunde Köstlichkeiten zu entlasten.

Blondi war begeistert von meinem Vorhaben und erbot sich, mir ihr umfangreiches Wissen in allen Fragen von gesunder und basischer Ernährung zur Verfügung zu stellen, während Babsi ihren Faschingskater pflegte. Weiterlesen