Tag-Archiv | Energie

Eine Stunde Zeit


Alle Jahre wieder fällt am letzten Märzwochenende in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr der Sommerzeit zum Opfer.

Was viele nicht wissen: Die Sommerzeit hat in diesem Jahr ihren 100sten Geburtstag gefeiert.

Bereits 1916 wurde sie zu Energiesparzwecken eingeführt, durfte aber nach Beendigung des 1. Weltkrieges (von einigen halbherzigen Weckversuchen abgesehen) bis 1940 Winterschlaf halten. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges geriet sie erneut in Vergessenheit. Erst während der Ölkrise erinnerte man sich ihrer und kam erneut auf die Idee, durch die längere Nutzung des Tageslichtes Energie zu sparen. 1980 wurde die Sommerzeit wieder eingeführt.

Die Ölkrise ist lange vorbei, jedoch erhitzt die Sommerzeit bis heute unsere Gemüter.

Die Diskussion über Sinn und Unsinn der Mission „Sommerzeit“ kostet uns in jedem Jahr Energie, die wir möglicherweise effektiver einsetzen könnten, wenn wir uns ab und an Gedanken darüber machten, wie bedeutsam eine Stunde Zeit für jeden von uns ist…

Eine Stunde vergeht meist wie im Flug, unbemerkt und oft ungenutzt. Gewöhnlich hetzen wir durch den Tag, um die Forderungen des Alltags zu erfüllen.

Irgendwann dazwischen erleben wir wertvolle Augenblicke und wünschen uns, die Zeit möge stehen bleiben, um diese Momente festzuhalten. Nicht selten aber auch, um das Gefühl zu konservieren, bis wir die Zeit finden, es zu genießen.

Georg Danzer schrieb einst:

„Es war einmal ein Mann, der wollte die Zeit anhalten. So ging er hinaus auf einen Hügel vor der Stadt und rief „Zeit, steh‘ still“ Da kam ein Reiter des Weges und sprach: „Wenn dies Dein Wunsch ist, so sei er Dir erfüllt“ Der Reiter nahm seinen Degen und stach dem Mann in die Brust. Zu dem Toten sagte er dann: „Es gibt nur eine Zeit. Deine Zeit. Und ihr Wesen ist Wandlung. Wer die Veränderung nicht will, will auch nicht das Leben“

Vielleicht müssen wir uns ab und an bewusst machen, dass unsere Zeit begrenzt ist. Sie vergeht viel zu schnell und ist unendlich kostbar.

Dennoch gehen wir damit um, als hätten wir „alle Zeit der Welt“, um zu leben, zu lieben und zu lachen.

Um Einsamkeit zu fühlen. Und Zweisamkeit. Freude zu erleben und Leid, genauso wie Traurigkeit , Verlust und Schmerz zu ertragen. Uns unseren Ängsten zu stellen und Entscheidungen zu treffen.

Wenn uns das, was wir tief in uns drinnen fühlen, erst zu dem machen kann, der wir sein wollen, wieso lassen wir zu, dass das Außen uns zu dem macht, was wir sind?

Eine Frage, die zu beantworten uns möglicherweise mehr als eine Stunde unserer Zeit kosten könnte. Dennoch dürfte sich der Einsatz, lohnen.

Die Stunde Zeit, die wir kürzlich der Sommerzeit opfern mussten, bekommen wir Ende Oktober wieder zurück. Vielleicht ist es genau die eine Stunde Zeit, die wir für uns allein brauchen.

Alles Liebe

Pauline

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Gedanken zum Jahreswechsel


Für viele von uns sind die Tage zwischen den Jahren die Zeit mentalen Großputzes, denn das neue Jahr liegt vor uns wie ein leeres Blatt Papier. Wir sind es, die dieses Blatt beschreiben werden und dazu ist es nötig, die Erlebnisse des alten Jahres nochmals zu durchfühlen und zu überlegen, welche Erinnerungen es wert sind, uns auch im neuen Jahr wie gute Freunde zu begleiten und welche Baustellen des Lebens es im neues Jahr anzupacken gilt. Was hat sich gut angefühlt in der vergangenen Zeit? Was hat uns Energie und Kraft gekostet? Welche Entscheidungen fühlen sich auch jetzt noch richtig an? Haben irgendwelche Wege uns in eine Sackgasse geführt? Und wenn ja, ist eine Umkehr möglich? Es gibt offene Fragen, die wir uns selber unbedingt beantworten müssen, damit wir im neuen Jahr unseren Weg voller Zuversicht und in dem Wissen gehen können, dass alles gut wird, wenn die Zeit reif dafür ist.

Wenn wir einer Arbeit nachgehen, die uns erfüllt, in die wir Kraft und Energie stecken, die uns dennoch Raum zum Leben lässt und für die wir neben dem monatlichen Gehalt auch Wertschätzung erhalten, dann sind wir beruflich auf einem guten Weg.

Vielleicht ist der Job aber auch eine Sache, die uns den Lebensstandard sichert und die uns einst Berufung war. Doch wenn wir in uns hineinhören und außer dem Gefühl von hoffnungsloser Panik nichts geblieben ist, weil wir aus Angst vor der Geringschätzung anderer eigene Grenzen viel zu lange überschritten haben, dann begreifen wir, dass es Zeit ist, die Stimme in unserem Inneren nicht länger zu ignorieren. Wir sind dabei, endlich zu lernen, dass wir aus Liebe zu uns selbst unbedingt auch „Nein!“ sagen müssen. Was danach kommt, wissen wir nicht, aber vielleicht hat die bewusste Weigerung uns auch zu der Erkenntnis verholfen, dass wir damit seit Langem „Ja!“ zu uns selbst gesagt haben. Und damit ein inneres Umdenken ausgelöst haben, dass nur der Anfang auf dem Weg zurück zum „Ich“ ist.

Aber das wichtigste überhaupt sind die Menschen in unserem Leben, denn was wären wir ohne sie?

Manche von uns haben ihren Herzensmenschen gefunden. Diesen einen Menschen, der Partner, Freund und Vertrauter in einer Person ist. Der Leichtigkeit in unsere Gedanken und Sonne in unser Herz gebracht hat. Mit dem zusammen jeder Tag voller Zauber zu stecken scheint und uns schon der Gedanke an ihn dieses Grinsen ins Gesicht malt. So muss es sich anfühlen, angekommen zu sein. Angekommen an diesem wunderbaren Ort namens Zuhause. Und wir tun gut daran das, was sich so gut anfühlt gegen alle Ängste zu verteidigen, damit das große Gefühl wachsen kann.

Da sind die, die gefühlt schon immer bei uns gewesen sind. Deren Rat wir blind vertrauen können, weil wir wissen, dass sie uns ohne große Worte verstehen. Dass sie uns auffangen, wenn unsere Welt auseinanderzubrechen droht. Die uns anzunehmen bereit sind mit all unseren Mängeln. Mit denen schöne Momente noch schöner werden. Keine Frage, dass ohne sie unsere Welt sehr viel trauriger wäre. Die Tage um den Jahreswechsel sind eine gute Zeit, unseren Lieben dafür zu danken, dass sie uns Licht und Liebe schenken. Und wir wissen, dass wir sie nie verlieren möchten.

Natürlich gibt es auch jene, die uns Energie rauben. Menschen, die uns nicht gut tun. Uns von ihnen zu lösen, könnte auf unserem weißen Papier des neuen Jahres Platz für andere Begegnungen schaffen. Wir müssen selbstkritisch zugeben, dass auch wir anderen mitunter Kraft rauben. Zu akzeptieren, dass sie uns losgelassen haben und sie in Liebe gehen zu lassen, verhilft uns möglicherweise zu der Erkenntnis, wo wir an uns selber arbeiten müssen, um die zu werden, die wir sein möchten.

Möglicherweise ist einigen von uns ein besonderes Geschenk zuteil geworden. Eines, dass uns ganz tief im Inneren erreicht hat und das loszulassen wir niemals vorhatten. Uns war kein Weg zu steinig und wir haben nichts unversucht gelassen, um dieses große Geschenk zu leben. Dennoch kam der Tag, an dem wir eingesehen haben, dass wir nichts halten können, was nicht bleiben will. Wir haben das Leichte, Wunderbare und Einzigartige, was uns geschenkt wurde, in der hintersten Ecke unserer Herzen verschlossen und uns der schwersten Aufgabe gestellt, die das Leben von uns verlangen kann. Wir haben losgelassen. Weil wir uns selber schützen müssen. Und weil wir dem Anderen das Geschenk machen, ihn ziehen zu lassen, damit er frei sein kann. Wir sind gestürzt und haben uns böse Schrammen geholt. Aber wir sind wieder aufgestanden und gehen mit dem Wissen weiter, dass kein Kampf wichtiger ist, als der um uns selber.

Manche von uns scheinen beständig auf der Suche nach mehr, obwohl sie fühlen, dass sie das Beste bereits gefunden haben. Wir haben vielleicht durch ein Gewirr von Verrat und Lügen alle Brücken hinter uns abgebrochen, weil uns das Beste nicht gut genug erschien. Wir spüren, dass diese Entscheidung sich nicht stimmig anfühlt und wir einen Preis für unsere Freiheit zahlen müssen, der in keinem Verhältnis zu dem Schmerz und der Leere steht, die dieser Schritt nach sich gezogen hat. Wir haben erkannt, dass man Liebe zwar verleugnen und im Herzen verschließen kann, aber sie ist dennoch immer da. Wir ahnen, dass es einen Weg zurück gibt, aber wir wissen auch, dass es an uns ist, die Brücken dorthin zu bauen.

Möglicherweise gelangen wir beim Blick auf das, was hinter uns liegt auch zu der Erkenntnis, dass wir erst dann in der Lage sind, Liebe anzunehmen und zurückzugeben, wenn wir gelernt haben, uns selber zu lieben. Vielleicht sind wir eines Tages stark genug, um die Fragen zu beantworten, die uns schon so lange quälen. Damit unser Inneres Frieden findet und alte Wunden endlich heilen können. Wenn wir bereit sind, mit der Vergangenheit aufzuräumen, wird es uns möglicherweise gelingen, auf dem weißen Blatt des neuen Jahres Brücken zu dem zu bauen, von dem wir tief in uns drin wissen, dass dies noch immer das Beste ist, was uns jemals passiert ist. Vielleicht sind wir mutig genug, im neuen Jahr aus Liebe zu uns selber „Ja“ zu den Geschenken zu sagen, die das Universum für uns bereithält.

Mit diesen Gedanken ist das weiße Blatt des neuen Jahres schon nicht mehr weiß, sondern voller Liebe, Sonne und Zuversicht auf das, was kommen mag.

Bis die Tage, eure Pauline